U18-EM (w): Jens Tietböhl: „Die Motivation ist ungebrochen“

Bild

Foto CEV: Bundestrainer Jens Tietböhl und seine Spielerinnen wollen bei der U18-EM noch die nötigen Siege holen, um die Platzierungsspiele fünf bis acht zu erreichen.

Drei Spiele, ein Sieg und zwei Niederlagen lautet die momentane Bilanz der deutschen U18 Nationalmannschaft der Mädchen bei der Europameisterschaft in Serbien und Montenegro. Damit steht die deutsche Auswahl in der Gruppe B mit zwei Punkten auf dem vierten Platz, mit nur einem Punkt Vorsprung vor den Russinnen. Im Interview zieht Bundestrainer Jens Tietböhl ein erstes Zwischenfazit und erläutert, warum seine Mannschaft es leider verpasst hat, sich wie zuletzt 2011, für das Halbfinale zu qualifizieren. Nun peilt die deutsche Mannschaft in den letzten zwei Spielen gegen Frankreich (Dienstag 15 Uhr) und Gastgeber Serbien (Mittwoch 20 Uhr) aber noch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Nakhon Ratchasima/Thailand an.

Die ersten drei Spiele sind absolviert. Dem erfolgreichen Auftakt, ließ die Mannschaft zwei Niederlagen folgen. Wie schätzen Sie die Leistung des Teams ein?
Tietböhl: „Nach den ersten drei Spielen, mit dem Überraschungssieg gegen Russland, der vermeidbaren Niederlage gegen die Niederländer und der nicht unerwarteten Niederlage gegen die Türkei, sind wir leider nicht ganz im Soll mit unserer Zielstellung. Schon vor der EM war klar, dass unsere Gruppe sehr schwer wird und alles passieren kann, positiv wie auch negativ. Zusätzlich muss man für eine erste Analyse sagen, dass die anderen Nationen sehr spielstarke Teams präsentieren und wir dort etwas hinterherlaufen. Dennoch ist das Potential unserer Mädchen enorm hoch, und wir können an guten Tagen auch jeden Gegner schlagen. Unser einziges Problem ist, dass die Leistungsschwankungen zu stark im Vergleich zu den anderen Nationen sind.“

Durch die Niederlage gegen die Türkei und dem Sieg der Serbinnen über Russland verpasste die deutsche Mannschaft das Halbfinale. Für Sie enttäuschend oder haben Sie das erwartet?
Tietböhl: „Enttäuschend ist es sicherlich immer, wenn man nicht vorne mitspielen kann, doch bei unserer Gruppe war von vorneherein klar, dass alles passieren kann. Also trifft es uns auch nicht ganz unerwartet, dass wir hier nicht um die Medaillen spielen können. Viel mehr müssen wir daraus lernen, was unserem Team noch fehlt, um mit den Top-Nationen mitzuhalten zu können. Wichtig ist, dann einen Wissenstransfer an die Bundesstützpunkte durchzuführen, damit sich die Mädchen das nächste mal wieder in der Leistungsspitze etablieren können.“

Welche Platzierung peilt die Mannschaft jetzt noch an?
Tietböhl: „Unser Ziel ist klar das Erreichen der nächsten Runde, um uns für die WM qualifizieren zu können. Das wäre ein sehr wertvoller Wettkampf für uns.“

Was war die Ursache für den Leistungsabfall zwischen dem Spiel gegen Russland und dem gegen die Niederlande?
Tietböhl: „Gegen Russland hat unser Team am Leistungslimit gespielt und viel Energie investiert. Am Ende mit Erfolg. Die Umstellung vom langsamen Spiel der Russen auf das sichere, schnellere Spiel der Niederlande gelang unseren Mädchen nicht gut, und so schlich sich Verunsicherung ein, die wir im Spiel nicht mehr beheben konnten. Zwar kamen wir über Kampf und Willen wieder zurück, doch war nach dem kräftezehrendem Match am Vortag nicht mehr genug Energie und Power da, um noch ein solchen Kraftakt zu bewältigen. Die Niederländer verteidigten gut und haben an diesem Tag verdient gewonnen.“

Sicherlich ist nach einer Niederlage keiner zufrieden mit der Situation. Bei der EM geht es aber Schlag auf Schlag und es bleibt kaum Zeit zum Verschnaufen. Wie bauen Sie die Mannschaft innerhalb eines Tages wieder auf?
Tietböhl: „Die Gruppe funktioniert als menschliche Einheit so weit ganz gut und schafft es, sich selbst zu "reparieren". Selbstverständlich müssen wir auch in Gesprächen die Leistungen Einzelner und des Teams ins richtige Licht rücken. Hier und da sind aufbauende oder kritisierende Worte nötig, aber die Motivation hier als Team Deutschland weiterzukommen und etwas erreichen zu können, ist ungebrochen und treibt unsere Mädchen weiter an.“

Es folgen noch zwei Gruppenspiele gegen Serbien und Frankreich. Was ist noch möglich für die deutsche Mannschaft?
Tietböhl: „Zwei Siege sind möglich. Aber schon gegen Frankreich ist es für uns ein Endspiel. Dementsprechend werden wir uns vorbereiten, um morgen dann bestmöglich abzuschneiden.“

Heute haben Sie den ersten freien Tag. Werden die Mädchen ein bisschen Freizeit haben oder wie wollen Sie die Zeit nutzen?
Tietböhl: „Wir haben heute morgen die Mädchen erst einmal ausschlafen lassen und dann in Ruhe gefrühstückt. Danach ging es zum Training. Dort haben wir eine etwas längere Aktivierung und Stabilisation vorgenommen und sind dann noch einmal einige taktische Details in unserem System durchgegangen, die uns bisher nicht so gut gefallen haben. Für heute Nachmittag ist Ruhe und Regeneration geplant. Ein kleiner Spaziergang und ein bisschen Sonne, um den Kopf zu entspannen.“

Sie hatten vor dem Spiel gegen die Türkei mit Anne Hölzig und Julia Schäfer zwei verletzte Spielerinnen zu beklagen. Werden beide im Spiel gegen Frankreich wieder einsatzbereit sein?
Tietböhl: „Das lässt sich im Moment leider noch nicht sagen. Wir wollen den heutigen Tag noch abwarten und uns im Team dann morgen für oder gegen einen Einsatz entscheiden.“

Letzte Frage zum Schluss. Gab es trotzdem eine kleine Osterüberraschung für das Team?
Tietböhl: „Viel Zeit war nicht, an Ostern zu denken, doch eine kleine Süßigkeit wurde untereinander verteilt, und die CEV bat uns um ein Osterfoto mit bunten Eiern. Ich denke aber, wenn die Mädchen wieder zu Hause bei Ihren Familien sind, werden sie Ostern ein wenig nachholen können.“

Direkter Link:

Zurück


Hinweis: Dies ist ein aktueller Bericht vom 01.04.2013!



Druckversion Beitrag weiterempfehlen

 
www.volleyball-bundesliga.de www.cev.lu www.fivb.org www.dosb.de www.sporthilfe.de
© 2016 Deutscher Volleyball-Verband Otto-Fleck-Schneise 8 60528 Frankfurt/Main Telefon 069 / 69 50 01 - 0 Fax -24 info@volleyball-verband.de